Auf der Ostseite des Reichenbachtals, am Fuss der Engelhornkette, liegen die Grosse und die Kleine Rychenbachalp. Dazwischen zieht sich eine breite Runse mit mächtigen Felsbrocken talwärts. Zahlreiche Blöcke sind auch ins angrenzende Weideland ausgeufert . Das eindrückliche Trümmerfeld zeugt von einem gewaltigen Bergsturz, der sich im Mai 1792 am 2292 m hohen Lauihorn (auf heutigen Landeskarten als Mittaghiri vermerkt) ereignete. Nach einem nassen Winter und einem schneereichen Frühjahr lösten sich dort riesige Felsmassen und donnerten als verheerende Schlamm- und Geschiebelawine talwärts. Bereits weit oben am Berg teilte sich der Murgang: Der kleinere Ast wendete sich nordwärts Richtung Geissholz, der andere nahm seinen Weg in direkter Linie ins Reichenbachtal. Der Hauptarm richtete auf den Rychenbachalpen und auf Rüötsperri enorme Schäden an. Etwas weiter talwärts, im Fruttli, riss er eine Frau und zwei Kinder in den Tod. Der Familienvater, der seine Ziegen an diesem Tag auf eine Weide an der gegenüberliegenden Talseite getrieben hatte, musste aus der Ferne hilflos mit ansehen, wie der Schlammstrom sein Häuschen mitriss.
Ein Beitrag von Barbara.